Hallux valgus

Beim Hallux valgus handelt es sich um eine Deformität der Großzehe und um eine der häufigsten Zehenfehlstellungen beim Menschen. Die Großzehe weicht zunehmend nach außen, während sich der erste Mittelfußknochen nach innen verschiebt. Im Bereich des Großzehengrundgelenks entsteht dadurch der typische Ballen.

Für viele Betroffene stellt die Fehlstellung anfangs vor allem ein kosmetisches Problem dar, allerdings ist der Hallux valgus vor allem ein Hinweis auf eine gestörte Biomechanik und eine Funktionsstörung des Fußes, welche möglichst frühzeitig behandelt werden sollte, um Begleiterkrankungen des Fußes und weitere Fehlstellungen zu vermeiden. Dadurch, dass die Großzehe zum Außenrand des Fußes hin abweicht, werden die kleineren Zehen nach und nach von ihrer natürlichen Position verdrängt. Oft treten gleichzeitig weitere Vorfußerkrankungen wie Hammerzehen oder ein Spreizfuß auf.

Weiters kommt es durch die Fehlstellung zu einer Überlastung des Großzehengrundgelenks, was vorzeitigen Gelenkverschleiß fördern kann. Verdrängte Kleinzehen (Krallenzehen, Hammerzehen) können weitere Fußdeformitäten zur Folge haben. Zudem kann es zu Schmerzen im Bereich des Mittelfußes kommen, da die Großzehe nicht mehr voll eingesetzt wird, was zu einer Überlastung der kleineren Zehen führt.

Mit zunehmendem Verlauf entzündet sich der für den Hallux valgus charakteristische Zehenballen und drückt schließlich beim Gehen schmerzhaft gegen den Schuh. Dies kann zu dauerhaften Reizungen der Haut und des darunter liegenden Gewebes sowie zu Schwellungen und Entzündungen führen. Mit Fortschreiten der Fehlstellung können das Tragen von Schuhen, längeres Gehen und sportliche Aktivitäten zunehmend beeinträchtigt werden.

Konservative oder operative Behandlung des Hallux valgus

Die konservative Behandlung eines Hallux valgus fokussiert sich auf die Eindämmung der Fehlstellung und auf eine Milderung der Schmerzen und anderer Beschwerden. Zum Einsatz kommen orthopädische Hilfsmittel, physikalische Behandlungen und spezielle Fußgymnastik/Physiotherapie, um das muskuläre Gleichgewicht zu stabilisieren und die Biomechanik des Fußes zu verbessern. Die Fußgymnastik wird von spezialisierten Physiotherapeuten durchgeführt, ebenso wie die Physiotherapie nach der Operation, welche für die Erlangung der muskulären Balance und zur Kräftigung und Stabilisierung des Fußes besonders wichtig ist. Wird möglichst frühzeitig mit einer entsprechenden konservativen Behandlung begonnen, lässt sich in vielen Fällen eine spürbare Besserung der Beschwerden erreichen.

Eine kausale Therapie des Hallux valgus ist allerdings nur im Rahmen einer Operation möglich, denn mithilfe konservativer Maßnahmen kann die Fehlstellung nicht beseitigt werden. Für den Eingriff stehen unterschiedliche Operationsverfahren zur Auswahl, darunter die Operation nach Lapidus, die Chevron-, die Austin- und die Scarf-Osteotomie.

Die Behandlung des Hallux valgus gehört zu den besonderen Schwerpunkten von Dr. Michel Chraim. Als erfahrener Fußexperte und Fußchirurg legt er größten Wert auf eine sorgfältige Diagnostik, eine präzise Operationsplanung und möglichst gewebeschonende Verfahren. Dank seiner Expertise im Umgang mit den feinen Nervenstrukturen können Eingriffe besonders präzise durchgeführt werden. Ziel ist es, die natürliche Funktion des Fußes wiederherzustellen und ein dauerhaft stabiles Ergebnis zu erzielen.

Behandlung des Hallux valgus

Die Wahl des im Einzelfall am besten geeigneten Operationsverfahrens hängt vom Schweregrad der Fehlstellung, möglichen Begleiterkrankungen (z. B. Hallux rigidus, Krallenzehen, Hammerzehen, Transfermetatarsalgie) und vielen weiteren Faktoren ab. Der Hallux valgus ist in fast allen Fällen eine Kombination verschiedener Krankheitsprozesse; kein Fall gleicht dem anderen, weswegen die Operation immer ein sehr individueller Eingriff ist, der vorab genau geplant und ausführlich in der Ordination besprochen wird. Mit einem speziellen Schuh ist das Gehen unmittelbar nach dem Eingriff möglich.

Die Behandlung richtet sich nach dem Ausmaß der Fehlstellung und den bestehenden Beschwerden. In frühen Stadien können konservative Maßnahmen wie geeignetes Schuhwerk, individuell angepasste Schuheinlagen, Physiotherapie und Übungen zur Kräftigung der Fußmuskulatur die Beschwerden lindern und das Fortschreiten der Fehlstellung verlangsamen.

Bestehen allerdings anhaltende Schmerzen oder ist die Fehlstellung bereits deutlich ausgeprägt, kann eine Operation sinnvoll sein. Ziel des Eingriffs ist es, die Fehlstellung dauerhaft zu korrigieren, Schmerzen zu beseitigen und die natürliche Belastbarkeit des Fußes wiederherzustellen. Wenn immer möglich, kommen dabei gewebeschonende und möglichst minimalinvasive Techniken zum Einsatz.

Ablauf einer Hallux-valgus-Operation

Im Falle einer Operation wird das geeignete Operationsverfahren individuell nach Ausmaß der Fehlstellung, der Gelenksituation und Ihren persönlichen Anforderungen ausgewählt. Ziel des Eingriffs ist es, die Fehlstellung der Großzehe zu korrigieren, die natürliche Statik des Fußes wiederherzustellen und Schmerzen dauerhaft zu lindern. Je nach Befund werden die Knochen in ihre anatomisch korrekte Position gebracht und mit kleinen Schrauben oder anderen modernen Implantaten stabilisiert. Dabei kommen möglichst gewebeschonende Operationstechniken zum Einsatz.

Nach der Operation wird der Fuß zunächst mit einem speziellen Vorfußentlastungsschuh geschützt. Bereits in den ersten Tagen ist das Gehen in der Regel wieder möglich. Die vollständige Heilung erfolgt schrittweise über mehrere Wochen und wird durch regelmäßige Kontrollen sowie eine individuell abgestimmte Nachbehandlung begleitet.

Mögliche Risiken

Eine Hallux-valgus-Operation ist wie jede Operation mit allgemeinen Risiken verbunden. Dazu zählen Schwellungen, Blutergüsse, Infektionen, Wundheilungsstörungen oder Thrombosen. In seltenen Fällen können Gefühlsstörungen, eine verzögerte Knochenheilung oder ein erneutes Auftreten der Fehlstellung auftreten. Durch eine sorgfältige Operationsplanung, präzise Operationstechniken und eine konsequente Nachbehandlung lassen sich diese Risiken jedoch in der Regel deutlich reduzieren.

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Dr. Chraim im Fusszentrum

Orthopädie und Plastische Chirurgie